Arthrose beim Hund

Sehr viele Hunde sind von Arthrose betroffen.

Denn fast jedes Problem im Bewegungsapparat führt früher oder später in eine Arthrose.

Medizinisch korrekt heißt die Gelenksarthrose eigentlich „Arthrosis deformans“ . Es ist ein übermäßiger Abbau des Gelenkknorpels. Die glatte Gelenkfläche wird zerstört. Das Reiben innerhalb des Gelenkes ist nun zu spüren, manchmal sogar zu hören. Der Knochen - die Schicht unter dem Gelenkknorpel verändert sich. Es führt zu einer Deformierung der Gelenke. Eine normale Bewegung des Gelenks wird für den Hund immer schwerer.

Somit gehört die Arthrose des Hundes zu den degenerativen Erkrankungen - wie die Arthrose des Menschen. „Degenerativ“ bedeutet, dass sich Gewebe -hier ein Gelenk – dauerhaft abbauen, zurückbilden oder ihre Funktion verlieren.

Arthrose ist schmerzhaft für Ihren Hund.

Arthrose bedeutet Schmerzen. Schmerzen verringern die Lebens-Qualittät Ihres Hundes - seine überschäumende Lebens- und Bewegungsfreude, an der er seine Mensche teilhaben lässt. Glücklicherweise hat Arthrose ganz konkrete Ursachen. Deshalb können Sie und Ihr Hund viel tun, um:

  • Arthrose zu vermeiden oder hinauszuzögern
  • ihre Symptome zu lindern
  • ihr Fortschreiten zu verlangsamen
  • und Folgeerkrankungen zu verhindern
Das Foto zeigt einen Münsterlaender mit 14,5 Jahren: aktiv und lustig trotz der vorhandenen Arthrosen in Knie und Pfoten
mit 14,5 Jahren: Lebensfreude im Schnee - ohne Schmerzmittel

Ursachen der Arthrose beim Hund

Grob kann man drei Ursachen für die Arthrosen unterscheiden:

  • Eine geringere Qualität des Gelenkes. Ein optimal gebautes, gut ernährtes Gelenk eines Hundes hat eine dicke, gesunde Knorpelschicht und eine Gelenkschmiere, die wie gutes Motoröl einen dünnen Film bildet, der niemals abreißt. Wenn hier im Wachstum etwas "schief ging", kann das zur Arthrose führen.
  • Die falsche Belastung eines Gelenkes. Es wird dann nicht so belastet, wie es von der Natur vorgesehen war. Dies kann zu wenig, aber auch durch zu viel Bewegung sein. Auch eine ungleichmäßige Belastung während der Bewegung im Gelenk kann zur Arthrose führen. Die Nicht-Ideale Stellung eines Gelenkes führt auf Dauer zu Schäden: z.B. X-Beine, HD, …
  • Eine Verletzung kann auf Dauer zur Arthrose führen.

Und leider kann kaum ein Hund ein Leben ohne einen dieser drei Faktoren führen …

Arthrose: Schmerz-Behandlung allein genügt nicht

Eine Arthrose hat auf Dauer schwere Folgen für Ihren Hund - für seinen ganzen Organismus. Je schneller Sie handeln, desto besser sind seine Chancen auf Normalität - natürlich in einem gewissen Rahmen.

Jede Bewegung ist eine komplexe Sache, so einfach sie auch wirkt. Knochen, Muskeln, Sehnen und Gelenke müssen zusammenarbeiten - reibungslos am besten. Eine Arthroseerkrankung bedeutet nicht nur Steifheit. Arthrose betrifft immer den gesamten Körper.

das Foto zeigt einen Hund im Galopp: gesunde Muskeln, Wirbel, Sehnen, Gelenke, Knorpel, Bindegewebe und Nerven ermöglichen diese Geschwindigkeit und Ausdauer
die Arthrose eines Gelenkes betrifft und beeinflusst all diese Gewebe des Hundes: sein ganzer Organismus ist betroffen

Schmerz durch Arthrose

Schmerz, angezeigt meist durch eine Lahmheit, ist immer eines der ersten Symptome bei Arthrose. Schmerz ist ein Warnsignal. Damit versucht der Körper, Ihren Hund zu Ruhe und Schonung zu zwingen. Schmerzbehandlung allein wird nicht die best-mögliche Lebensqualität für Ihren Hund erreichen.

  • Schmerz zeigt sich anfangs z.B. als Berührungsempfindlichkeit aufgrund von Muskelschmerzen, die durch Ausweichbewegungen oder die Entlastung des Problemgelenks entstehen.
  • Mit der Zeit wird der unauffällige Anfangsschmerz stärker. Er zeigt sich wesentlich deutlicher. Schließlich wird er zum ständigen Begleiter Ihres Hundes - bei jedem Schritt. Und auch sogar in Ruhe.

Dieser Schmerz betrifft jetzt nicht mehr nur die Muskulatur, sondern auch die kranken Gelenke. Er wirkt sich auch auf die Stimmung Ihres Hundes aus.

Muskel-Veränderungen bei Arthrose

Die Schonhaltung für ein schmerzhaftes Gelenk strengt an. Die Muskulatur des Hundes verspannt sich. Ausweichbewegungen führen zu immer wiederkehrenden Muskelverspannungen - und später oft zu schmerzenden Muskelverhärtungen und -verkürzungen.

Schonhaltungen werden schnell gelernt. Schon nach kurzer Zeit sind sie "fest gespeichert". Deshalb werden die Muskelprobleme mit Schmerzmitteln alleine nicht behoben. Ihr Hund "lahmt" weiterhin. Auf Dauer führen diese Muskelprobleme zu weiteren Schwierigkeiten wie Muskelabbau. Sie verändern die Gelenkstatik gesunder Gelenke, die dadurch falsch belastet werden. Auch Muskelentzündungen durch die ständige Über-Bealstung sind möglich.

 - die Muskeln müssen bei Arthrose ebenfalls behandelt werden

Arthrose: das Gelenk wird auf Dauer zerstört

Die Zerstörung des Gelenkknorpels bei Arthrose geht unaufhaltsam weiter, auch während einer Schmerztherapie. Sie kann sogar ohne Gelenkpflege noch schneller werden.

Zweck der Gelenkpflege ist es, noch intakte Anteile so lange wie möglich zu erhalten. Noch gesunde Gelenke sollen leistungsfähiger werden, damit sie mehr Last übernehmen können. Angepasste Bewegung, Futterzusätze, Übungen aus der Physiotherapie oder Arzneimitteltherapie (Kräuter) können hier sehr gut helfen. Um das Beste für Ihren Hund zu erreichen, arbeite ich eng mit einer Physiotherapeutin zusammen.

Arthrose: Depressionen sind möglich - auch beim Hund

Unbeweglichkeit führt zu psychischen Veränderungen.

  • Viele Hunde mit Arthrose werden depressiv, weil sie sich nicht mehr so bewegen können wie sie möchten.
  • andere werden aggressiv, weil sie Schmerzen fürchten.
  • oder ängstlich, weil sie spüren, dass sie mit fitteren Artgenossen nicht mehr mithalten können.

Ihr Hund ist ein Bewegungstier. Laufen und spielen ist nicht nur für die Gelenke eine wichtige Sache, sondern auch für die Psyche Ihres Vierbeiners. Auch Hormone spielen hier eine wichtige Rolle: Stress durch Schmerzen kann aggressiv machen. Oder depressiv. Helfen Sie Ihrem Hund: sorgen Sie für Spaß und Lebensfreude. Lob und Spiel helfen hier, täglich.

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