Arthrose bei Pferden

Anzeichen von Arthrose beim Pferd

Arthrose ist eine zunehmende, schmerzhafte Zerstörung eines Gelenkes, beim Pferd so wie bei seinem Menschen oder bei einem Hund. Das Pferd bekommt Schmerzen beim Bewegen des betroffenen Gelenks. Beugen und Strecken fällt ihm schwer. Bei Arthrose in den Beinen läuft das Pferd vielleicht steifer. Bei schwerer Arthrose kann es letztlich lahm werden. Bei Pferden kommt Arthrose vor allem in den Beinen und im Hals vor. Beweisend ist ein Röntgenfoto.

Arthrose ist eine chronisch verlaufende Entzündung, die beim Pferd zur Zerstörung eines Gelenkes führen kann. Eine Arthrose ist ein Prozess, der unterschiedliche Ursachen haben kann. Das wichtigste Symptom dieser Krankheit ist die Lahmheit.

Ursachen der Arthrose

Arthrosen können unterschiedliche Ursachen haben. Allgemein sind es entweder chronische Überbelastungen oder langfristige Folgen von Verletzungen.

  • Alter: die Summe von Verletzungen während des Lebens führen beim Pferd - ebenso wie bei Hund oder Katze oder Mensch, zu Arthrose und Gelenkveränderung.
  • Überbelastungen wie ein schiefer Beinstand, schief stehende Hufe oder eine unregelmäßige Stellung der Gelenke, unregelmäßige oder schlechte Qualität des Reitbodens, schlecht geheilte Knochenbrüche oder schwache Gelenkbänder belasten die Gelenke bei jedem einzelnen Schritt, den ein Pferd macht. Bei schiefem Stand wird das Gelenk ungleichmäßig belastet, was zu Arthrose führen kann. Wenn so eine ungleiche Belastung der Fall ist, akut oder allmählich, so kann auch der Gelenkknorpel beschädigt werden.
  • Auch Übergewicht belastet die Gelenke des Lauftieres Pferd - bei jedem Schritt
  • Eine Beschädigung des Gelenkknorpels als Folge einer Verletzung kann wiederum Arthrose auslösen.

Wenn ein Pferd älter wird, wird der Stoffwechsel langsamer. Das gilt auch für den Gelenkknorpel. Auch hier wird der Aufbau langsamer.

weitere Ursachen einer Arthrose beim Pferd

  • Fehlstellung der Gliedmaße
  • falsche, übermäßige Belastung, Überanstrengung der Muskulatur und der Sehnen
  • fehlende (psychische) Losgelassenheit: wenn ein Pferd nicht losgelassen ist, kann es seine Muskulatur nicht zum Abfedern der Bewegung einsetzen. Sehnen und Gelenke müssen diese Aufgabe dann übernehmen. Dazu sind sie aber auf Dauer nicht in der Lage.
  • Verletzung: wie ein Mensch sich den Knöchel umknicken kann, kann sich auch ein Pferd verletzen. 
  • Übergewicht (ebenso wie bei Menschen, Hunden und Katzen). Besonders Dressurpferde und Ponies auf der Weide haben oft „zu viel auf den Rippen …“.
  • Infektionen: Borrellia burgdorferie, der Erreger der Lyme-Borreliose, kann bei Pferden eine Arthrose verursachen.
  • Vererbung: dabei wird nicht die Arthrose vererbt, aber eine Tendenz zu z.B. schnellen Wachstum und zur schnellen Entwicklung von schwerer Muskelmasse, die die Knochen zu tragen noch nicht in der Lage sind. Die Tendenz, Gelenk-Chips zu entwickeln ist durch die Universität Utrecht als vererblich nachgewiesen worden.

Bei Arthrose handelt es sich um einen krankheitsbedingten, krankhaften Verschleiß von Gelenken. Ein sich ständig verstärkender und verschlechternder Abbau und Abrieb des Gelenkknorpels. Auch die Gelenkknochen, die Gelenkkapsel, die Sehnenansätze und die dazugehörigen Muskeln verändern sich. Eine Arthrose kann zur völligen Versteifung eines Gelenkes führen.

Arthrose ist schmerzhaft. Deshalb entlasten die Pferde das betroffene Gelenk: sie gehen unsauber, treten kürzer und gehen schließlich deutlich erkennbar lahm. Das überlastet aber gleichzeitig die anderen Gelenke und Muskeln, die mehr Gewicht tragen müssen, als eigentlich vorgesehen ist. Und das bei jedem einzelnen Schritt.

Alte Pferde, Senioren und Rentner-Pferde

Die schleichend verlaufenden Gelenkveränderungen fallen oft beim alt gewordenen Pferd auf. Begonnen hat die chronische Entzündung zwar bereits weit früher (nicht selten schon beim Anreiten): Aber weil die Pferde lange lahmfrei gehen, bleibt der entzündliche Prozess unentdeckt. Die Pferde werden genutzt und eingesetzt.

Im Alter dann kommt es bei vielen Tieren zu so genannten Arthroseschüben. Das ist eine sehr schmerzhafte „akute“ Entzündung und Verschlechterung während des chronischen Prozesses. Dann kann das sonst kalte Gelenk auch einmal deutlich warm werden. Schübe kommen verstärkt im Winterhalbjahr vor. Auch bei Wetterwechsel werden die Schmerzen durch eine Arthrose sehr oft schlimmer.

Symptome der Arthrose beim Pferd

Steifheit nach einer Ruhephase ist ein erstes Zeichen von Arthrose bei einem Pferd. Das Pferd muss sich Einlaufen. Es ist nach der Ruhe steif und hat Schwierigkeiten beim Bewegen. Später wird das Pferd lahm. Der Verschleiß im Gelenk kann außerdem zu Entzündungen führen, sogenannte Arthritis. Nicht selten handelt es sich um Schübe, die durch Verletzungen wie Prellungen aktiviert wurden.

Arthrose führt zu Schmerzen. Auch darum sollte sie behandelt werden.

Behandlung der Arthrose

Immer ist Bewegung die Grundlage jeder Behandlung von Arthrose. Nur mit ausreichend Bewegung können Gelenke geschmiert und beweglich gehalten werden. Das gilt ganz besonders für das Pferd, dessen ganzer Kreislauf auf stundenlange langsame Bewegung im Schritt angepasst ist. Pferde mit Arthrose brauchen Bewegung - mäßig, aber regelmäßig.

Therapiemöglichkeiten für Pferde mit Arthrose

Schulmedizinische Therapie

Schulmedizinisch gilt eine Arthrose als nicht heilbar. Deshalb wird ein Tierarzt versuchen, ein Pferd mit Schmerzmitteln zu behandeln, um so die Symptome zu unterdrücken. Im akuten Schub kann das sehr sinnvoll sein. Auf Dauer aber vertragen Pferde Schmerzmittel nicht gut: Magengeschwüre und Gastritis drohen. Dabei sind Ponies noch empfindlicher als Großpferde (Löscher, Ungemach, Pharmakotherapie bei Haus- und Heimtieren, Parey). Auch die Gabe von „Knorpelaufbaupräparaten“ verzögert die Arthrose nur etwas. (Hyaluronsäure, Glucosaminoglykane GAG,)

Alternative Therapien

Akupunktur ist mehr als nur eine wirksame Schmerztherapie. Durch ihren ganzheitlichen Ansatz kann sie auch andere Störungen regulieren und so zum Wohlbefinden eines Pferdes beitragen. Oft schon nach einer Behandlung werden die Pferde wieder munterer und leben deutlich auf. Pferdeakupunktur ist auch als Vorbeugung und während des Trainings sehr nützlich: Weil sie die Schmerzen nimmt, wird der Teufelskreis aus Verspannung und Schmerz unterbrochen. Das Pferd kann entspannen, wird losgelassen und locker und kann sich besser bewegen. Auch die Psyche kann entspannen: oft sind Pferde nach einer Akupunktur wenige nervös. Nicht selten stellt man auch während einer Akupunkturbehandlung fest, dass die eigentliche Ursache der Schmerzen eine Schonhaltung durch ein anderes Problemfeld ist. Dieses kann dann gezielt behandelt werden.

Die Magnetfeldtherapie[nbsp]hilft bei der Behandlung von schmerzhaften Verspannungen der Muskulatur. Sie fördert die Durchblutung und transportiert so Entzündungsbotenstoffe ab. So hilft sie bei der Schmerzlinderung.

Phytotherapie: bereits seit Jahrtausenden setzt der Mensch Heilpflanzen ein. Pferde reagieren als Pflanzenfresser sehr gut darauf.