Tierheilpraktiker - rechtliche Bestimmungen

Allgemeines über Tierheilpraktiker

Auch wenn es Tierheilpraktiker in Deutschland bereits sehr lange gibt, ist der Begriff des "Tierheilpraktikers" (leider) nicht geschützt. So wurde der Älteste Verband der Tierheilpraktiker Deutschlands bereits 1931 gegründet - nach dem Vorbild des Deutschen Heilpraktikerverbandes. Er überlebte die NS-Zeit (in der es zu Hausdurchsuchungen und viel Druck auf die Vereinführung kam), den 2. Weltkrieg und die Nachkriegszeit und ist bis heute aktiv.

Ausbildungs"schulen" für Tierheilpraktiker sind private Einrichtungen. Diese Schulen bieten schulinterne Prüfungen. Oft werden sie als "Diplom bezeichnet. In Deutschland dürfen nur Absolventen von öffentlich anerkannten Hochschulen ein Diplom führen. Werbung mit "Diplom Tierheilpraktiker / Dipl. Tierheilpraktikerin" oder ähnliches ist daher irreführend. Für den Patienten-/Tierbesitzer ist diese Situation sehr unbefriedigend. Nur der Älteste Verband der Tierheilpraktiker Deutschlands, seit 1931 e.V. unterhält keine "eigene" Schule.

Dies heißt nicht, dass die Ausbildung an diesen Schulen schlecht sein muss. Die Prüfung vor einem Berufs-Verband bietet einen Nachweis darüber.

Wie erkennt man einen qualifizierten Tier-Therapeuten?

Fragen Sie Ihren Therapeuten nach seiner Ausbildung und seiner Berufserfahrung. Therapeuten, die Heilversprechen in Aussicht stellen, sind eher kritisch zu sehen. Wenn ein Therapeut zu viele Verfahren anbietet, könnte es sein, dass er/sie nicht alle Therapieformen wirklich bis in alle fachlichen "Ecken" durchdrungen hat.

Gesetzliche Regelungen
"Tierheilpraktiker" ist als Berufsbezeichnung (noch) nicht anerkannt. Dennoch gibt es selbstverständlich gesetzlichen Regelungen für Tiertherapeuten/Tierheilpraktiker. Auf der Seite der Kooperation deutscher Tierheilpraktiker finden Sie eine Aufstellung dieser gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Ausübung der Tierheilpraktiker-Tätigkeit.

Berufsverbände

Die Berufsverbände der Tierheilpraktiker setzen sich seit Jahren für die staatliche Anerkennung und für eine überprüfbare, neutrale Berufs-Abschluss-Prüfung ein. Therapeuten, die aktive Mitglieder in einem der Berufsverbände sind, haben eine schul-unabhängige Prüfung vor einem neutralen Prüfungsausschuss abgelegt. Somit haben diese Tiertherapeuten Wissen aus folgendenden Bereichen nachgewiesen: Anatomie, Physiologie, Pathologie, Therapieverfahren und Recht in einer schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfung + Facharbeit.

Natürlich entscheidet - wie in allen anderen Berufen auch - die Bereitschaft zur Fortbildung und der persönliche Einsatz eines jeden Einzelnen über die Kenntnisse und Fähigkeiten.

Mitgliedschaft in einem Berufsverband

Warum organisieren sich Tiertherapeuten z.B. beim Ältester Verband der Tierheilpraktiker Deutschlands?

  • ein Berufsverband ist Interessenvertretung seiner Mitglieder / seines Berufstandes: Gerade als Mitglied einer staatlich nicht anerkannten Berufsgruppe ist eine Vertretung gegenüber Ansprechpartnern z.B. von Seiten der Tierärzte-Kammer oder öffentlichen Stellen wichtig.
  • Wie jeder andere Berufsverband / jede Kammer informiert ein THP-Verband seine Mitglieder z.B. über gesetzliche Änderungen und gibt wichtige Informationen zur täglichen Arbeit. Der Berufsverband bietet auch Fortbildungsveranstaltungen z.B. die seit 1998 bekannten Tierheilpraktiker-Tage .
  • der Berufsverband sichert Qualitätsmerkmale bei der Abnahme der Prüfung.

Mitglieder in einem der Berufsverbände sind Tiertherapeuten mit einer vom Berufsverband anerkannten Prüfung.
Natürlich bedeutet das nicht, dass Tiertherapeuten, die keinem Berufsverband angehören, nicht qualifiziert sind! Jedoch ist es für den Tierbesitzer bei der Auswahl eines Therapeuten beruhigend, dass ein Therapeut, der Mitglied in einem Berufsverband ist, sein Wissen im Rahmen einer Prüfung nachgewiesen hat. Schließlich vertraut man als Besitzer sein Tier einem Therapeuten an, und das oft nach einer bereits langen, vergeblichen Suche nach Hilfe. Denn selten ist ein Tierheilpraktiker die erste Anlaufstelle, wenn Heilung für ein Tier gesucht wird.

Die Berufsverbände sind auch Ansprechpartner für die Tierbesitzer: Sie können einen geprüften Therapeuten in Ihre Nähe z.B. beim  Ältester Verband der Tierheilpraktiker Deutschlands erfragen.