Futterunverträglichkeit - Futterallergie beim Hund

das Foto zeigt eine Corgi-Mix-Hündin: für die Futtermittelallergie gibt es keine eindeutigen Rassedispositionen
Empfindlichkeit muss nicht Futterallergie bedeuten - kann es aber verursachen

Futterallergie und Futtermittelallergie

Die sogenannte "Futtermittelallergie" oder "Futterreaktion" ist - nach Flohbissallergie und Atopischer Dermatitis die dritthäufigste Allergie bei Hunden mit chronischen Hautentzündungen. Wie hoch der Anteil der Futter-Allergiker bei den chronisch-entzündlichen Erscheinungen im Magen-Darm-Trakt ist, ist nicht genau bekannt. Aber viele Hunde mit IBD reagieren sehr gut auf eine strikt eingehaltene Fütterung und Eliminationsdiät. Insgesamt geht man inzwischen von bis zu 20 % Allergikern unter unseren Hunden aus - eine Zahl, die doppelt so hoch ist wie vor zehn Jahren.

Definition und Abgrenzung

  • Die Futtermittelallergie (Futterallergie) ist eine Reaktion des Immunsystems auf (mindestens) einen Bestandteil des Futters. Dieser Bestandteil ist normalerweise völlig verträglich. Die Reaktion in der Futtermittelallergie wird gelernt, so wie der Hunde-Körper Infektionskrankheiten zu bekämpfen lernt. Sie entspricht in der Reaktionsweise einer Allergie nach Typ I-IV. Die Reaktion des Körpers kann vom allergischen Soforttyp, der innerhalb von Minuten auftritt, bis zum Spättyp reichen, der sich erst Tage nach dem Fressen des Futters zeigt.
  • Eine "Futterreaktion" ist, strikt gesehen, jede körperliche Reaktion auf einen Bestandteil des Futters. Sie muss nicht durch das Immunsystem verursacht sein. Glutamat beim Menschen (das "Chinarestaurant-Syndrom") ist ebenso ein Beispiel wie ein Übermaß an Fett, das manche Hunde nicht vertragen. Eine Reaktion auf Spritzstoffe der Landwirtschaft, falls sie beim Grasfressen mitgefressen werden, Gifte oder Arzneimittel-Nebenwirkungen können ebenfalls eine Futterreaktion sein.

Bei der Futterreaktion kommt es auf die Menge des unverträglichen Bestandteils des Futters an - zu viel dieses einen Stoffes wird nicht vertragen. Bei einer Futtermittelallergie kann der Hund auch bereits auf ein halbes Bröselchen eines Leckerchen reagieren - sein Immunsystem ist scharf und übereifrig auf der Suche nach Feinden.

So gesehen, ist "Futterreaktion" ein allgemeiner Oberbegriff. Futterallergie ist dagegen die spezifische Reaktion dieses einen Hundes auf einen bestimmten Stoff des Futters, unabhängig von der gefressenen Menge.

Die Futtermittelallergie kann sich als reines Hautproblem zeigen. Juckreiz, Hautrötung, Hautentzündung sind dann die Hauptsymptome. Die Futterallergie kann aber auch als chronisches Magen-Darm-Problem auftreten. Hier sind die Symptome Erbrechen, Durchfall, Flatulenz (Darmgase). Auch Kombinationen sind häufig.

Beim Menschen kommen Lebensmittelallergien bei bis zu zehn Prozent aller Kinder und zwei Prozent aller Erwachsenen vor. Und anscheinend werden sie immer häufiger.

Was genau macht eine Futtermittelallergie beim Hund aus?

Futtermittelallergien entstehen aufgrund einer Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems. Es greift normale Bestandteile der Nahrung an (die sogenannten "Allergene" im Futter. Sie sind der Auslöser der Reaktion des Immunsystems). Diese überschießende Reaktion des Immunsstems führt zu Symptome der Allergie, die der Hund zeigt.

Allergene sind meistens Proteine. Auf diese Eiweiße und Eiweißbestandteile in der Nahrung reagieren die Zellen des Immunsystems am häufigsten. Manchmal lösen aber auch Kohlenhydrate (Zucker) die Allergie aus. Allergien auf Konservierungsstoffe oder ähnliche Substanzen werden nur selten nachgewiesen (in den üblichen Allergie-Tests ist die Untersuchung auf Konservierungsstoffe nicht vorgesehen, so dass verlässliche Zahlen fehlen).

Prinzipiell kann ein Hund gegen jeden Bestandteil seines Futters allergisch werden. Je häufiger der Hund mit dem Stoff in Kontakt kommt, je mehr er davon gefressen hat, desto wahrscheinlicher wird eine Sensibilisierung und somit eine - oft erst nach Jahren auftretende - allergische Reaktion.

So können selbst die Senioren unter den Hunden eine Futtermittelallergie noch entwickeln: sie können im selbst im hohen Alter noch allergisch werden. Das gilt sogar für Futter, das sie bereits seit Jahren zu sich fressen. Die häufigsten Allergieauslöser sind beim Hund Studien zufolge Rind, Lamm, Huhn, Eier sowie Milch/Milchprodukte, gefolgt von Weizen, Soja, Schwein und Mais.

Wie zeigt sich eine Futtermittelallergie beim Hund?

Welche Symptome hat eine Futtermittelallergie?

  • Ein chronischer Juckreiz gilt als das typische Anzeichen einer Futtermittelallergie. Er stellt das sogenannte "Leitsymptom" dar. Meistens juckt der Hund sich besonders an den Pfoten und im Gesicht. Manchmal jucken die Ohren, vor allem die Ohrmuscheln, den Hund oft. Juckreiz kann es auch an der Haut im Bauch-, Achsel- und Leistenbereich geben. Oft schädigt das häufige Kratzen und Benagen die Haut so sehr, dass sie wund wird und sich entzündet. Leidet ein Hund häufig unter "Hot Spots" (pyotraumatische Dermatitis), kann es ebenfalls an einer Futterallergie liegen. Das gilt ebenfalls für Pfotengranulome.
  • Eine zweite Linie von Symptomen für eine Futtermittelallergie beim Hund entsteht im Magen-Darm-Trakt. Hier deutet wechselnder Appetit oder morgendliches "nee, mag gerade nicht fressen …" auf eine Magenschleimhautentzündung hin, die auch durch eine Futtermittelallergie verursacht worden sein sein. Chronisches Erbrechen oder häufiger, chronischer Durchfall sind weitere mögliche Anzeichen für diese Allergieform beim Hund.

Chronischer Juckreiz mit Verdauungsproblemen erhöht den Verdacht auf eine Futterallergie.

Welche Hunde sind gefährdet, eine Futtermittelallergie zu entwickeln?

Prinzipiell kann es Hunde jeder Rasse und jeden Alters treffen. Sowohl sehr junge Hunde, die erst wenige Monate alt sind, als auch sehr alte Hunde konnte diese Allergie bekommen. Auch jedes Geschlecht kann betroffen sein. Allerdings scheint der Golden Retriever häufiger unter einer Futterallergie zu leiden als andere Rassen oder Mischlinge.

Wie kann man eine Futtermittelallergie nachweisen?

Der Nachweis jeder Allergie erfolgt über ein Ausschlussverfahren. Das heißt, zuerst müssen alle anderen Hauterkrankungen und Darmerkrankungen mit ähnlichen Symptomen ausgeschlossen werden. Erst danach, wenn kein anderer Auslöser gefunden wird, kann man bei einem Hund von einem Allergiker sprechen. Parasiten müssen ebenso ausgeschlossen werden wie Bakterien oder Hefepilz-Infektionen der Haut.

Neben der Futtermittelallergie existiert eine weitere Allergieform beim Hund, die sogenannte atopische Dermatitis/ Atopie. Es ist eine vererbte Veranlagung, allergische Symptome auf (eingeatmete) Umweltstoffe zu entwickeln - wie bei der Hausstaubmilbenallergie. Äußerlich kann man beide Allergieformen nicht voneinander unterscheiden. Deshalb sollte im Verdachtsfall immer eine mögliche Futtermittelallergie bei Ihrem Hund nachgewiesen werden - oder ausgeschlossen.

Die Eliminationsdiät

Die Futtermittelallergie kann nicht mit einer Blutuntersuchung festgestellt werden. Die einzige Methode, sie eindeutig nachzuweisen - oder auszuschließen - ist derzeit die sogenannte Eliminations- oder Futtermittelausschlussdiät. Ihr Hund erhält dabei über etwa acht bis zehn Wochen ein Futter aus Bestandteilen, die er noch nie gefressen hat. Besonders wichtig ist die Wahl des Fleischanteils. Fertige Diäten sind nicht so effektiv. Ihre Erfolgsquote ist niedriger als bei der selbst kontrollierten Zubereitung des Futters.

Bessern sich die Symptome während der Diät, so ist es nach acht bis zehn Wochen Zeit für die sogenannte Provokation. Der Hund bekommt wieder sein altes Futter. Wenn er danach wieder unter juckreiz leidet, so ist die Provokation positiv verlaufen: die Futtermittelallergie konnte bewiesen werden.

Brachte alle Mühe keine Verbesserung der Symptome, dann ist Ihr Hund kein Futtermittelallergiker. Dann muss weiter nach den Ursachen gesuchen werden.

Schwierigkeiten während der Eliminationsdiät

Während der Eliminationsdiät darf der Hund keinerlei anderes Futtermittel bekommen. Kein einziges Leckerli, nichts vom Tisch, kein Bröckchen vom Nachbarn … Jedes Familienmitglied muss mithelfen. Sonst ist dieser Versuch der Diagnose (und Therapie) völlig sinnlos. Der Hund darf nichts, rein gar nichts bekommen. Schon wenige Milligramm des AllergieAuslösers reichen, um alle Symptome weiterhin zu erhalten. Das gil auch für für Vitaminpräparate oder Tabletten mit Geschmacksverstärkern.

Oft bessern sich zwar die Symptome Ihres Hundes, sie verschwinden jedoch nicht völlig. Diese Hunde leiden oft unter einer Kombination von Futtermittelallergie und Atopie. Durch den Futtermittelausschluss verschwinden die Symptome der Futtermittelallergie und der Juckreiz wird graduell gelindert, der atopiebedingte Juckreiz jedoch bleibt.

Mein Hund ist Futterallergiker - was jetzt?

Die beste Behandlung ist stets die Vermeidung der Auslöser. Jetzt muss die Nahrung des Hundes geschickt ergänzt werden, damit keine Mangelerscheinungen eintreten. Hierzu gibt es viele Möglichkeiten, die die individuellen Allergieauslöser Ihres Hundes umgehen. Denn auch jetzt gilt noch: wenn der Hund auch nur wenige Krümel des Allergenes frisst, beginnen die Symptome erneut.

Allergien haben viel mit der Psyche zu tun - und mit dem Stoffwechsel. Hier kann besonders die Chinesische Medizin (in Form von Akupunktur) sehr gut helfen. Sie kann de Psyche Ihres Hundes harmonisieren und ihn weniger anfällig machen - so dass die kleinen Sorgen des Alltags keine großen Katastrophen werden.