Gastritis beim Pferd

Gastritis beim Pferd erkennen

Bei Boxenhaltung leiden bis zu 90% der Pferde unter einer Gastritis (Magenentzündung). Dauert diese Entzündung bei einem Pferd länger, können Magengeschwüre (Magen-Ulcus) entstehen. Das sind tiefer in die Magen-Schleimhaut reichende Entzündungen. Sie sind sehr schmerzhaft für das Pferd.

Inhalt

  1. Häufigkeit der Gastritis beim Pferd
  2. Kolik und Schwäche durch Gastritis
  3. Magenentzündung beim Freizeitpferd
  4. Symptome der Gastritis
  5. Ursachen und Auslöser
  6. Therapie der Gastritis

Kolik und Schwäche beim Pferd durch Gastritis

Magenentzündung und Magengeschwüre können Koliken beim Pferd verursachen. Im schlimmsten Fall kann ein Geschwür sogar die Magenwand durchbrechen und zu innerlichem Verbluten führen.

Die chronische Gastritis kann zu Leistungsschwäche beim Pferd führen, besonders beim Reiten. Der Druck durch den Sattelgurt auf die Magengegend schmerzt besonders bei einer Magenentzündung. Dabei bietet vor allem die Akupunktur eine sehr gute und kostengünstige Untersuchung und Behandlung. Akupunktur kann die Schmerzen rasch nehmen und gleichzeitig die Psyche des kranken Pferdes harmonisieren. So kann Stress vermindert werden. Denn Stress kann Magengeschwüre verursachen …

Magenentzündung beim Freizeitpferd

Nicht nur Rennpferde und Sport-Pferde, die häufig auf Turnieren starten: auch Freizeit-Pferde und Ponys mit täglichen Weidegang können unter einer Gastritis leiden. Dieses Pony auf dem Foto - auch wenn es so aussieht, als wäre es vor dem Gnadenhof angebunden - war gerade erst 12 Jahre alt.

Eine Untersuchung der tierärztlichen Hochschule bewies, dass Ponys allein durch das Aufstallen und die Fütterung von relativ wenig Heu eine Gastritis entwickeln können. In diesem Winter - nach der geringen Heuernte im Sommer und dem oft nassgeregneten Stroh - werden vermutlich viele Pferde und Ponies eher knapp mit Rauhfutter versorgt werden.

Wie sehr es schmerzt, weiß jeder Mensch, der einmal unter Sodbrennen gelitten hat. (Aber Pferde zeigen ihre Schmerzen kaum … )

Offene Magengeschwüre können bluten. Das bedeutet einen Blutverlust für das Pferd. Eine Blutarmut (Anämie)kann, wenn die Gastritis lange anhält, Folge dieser oft ständigen Blutungen sein. Außerdem resorbiert der gesunde Magen bestimmte Substanzen, die für die Blutbildung nötig sind - bei einer chronischen Gastritis kann er das nicht. Auch so ensteht eine Anämie.

Symptome einer Gastritis

das Foto zeigt ein Pony mit Gastritis: auch Freizeitpferde und Ponies können an Magenentzündungen leiden
Abmagerung, Schwäche, Apathie durch die Schmerzen einer Gastritis beim Pferd

Leider hat das Pony auf dem Foto Winterpelz und kam gerade vom Paddock - aber man kann einige Symptome von Magengeschwüren erkennen.

  • Abmagerung - die Fettpolster sind abgebaut. Im Sommer war er noch ein kräftiger Kerl - um nicht zu sagen, fett. Besonders deutlich wird das an Hals (obere Halslinie, hier verdeckt von der dicken Mähne) und Kruppe. Die Abmagerung geschieht eher langsam aufgrund des schlechten Fressens. Futteraufnahme regt die Sekretion von Salzsäure im Magen an. So wird der Schmerz der chronischen Gastritis/Magenentzündung schlimmer. Deshalb möchten die Pferde nicht fressen.
  • keine Kraftfutteraufnahme. Der Wallach, der immer gerne gefressen hatte, hatte das größtenteils eingestellt. Aber auch sehr hastiges, gieriges Fressen kommt bei Gastritis vor ... um die Schmerzen kurzfristig zu lindern.
  • öfter auftretende Kolik, mehr ein häufiges „Unwohlsein“, z.B. bei Stress oder Wetterwechsel
  • Apathie und „Facies dolorosa“ - das Schmerzgesicht bei Pferden. Der ehemals freche Schimmel zeigte beides deutlich.
  • Zähneknirschen (Bruxismus), nicht das heftige Knirschen wie auf dem Gebiß, sondern ein eher leises, unauffälliges Geräusch.

Alles in allem zeigt ein Pferd oft kaum, wie schlecht es ihm geht, sondern arbeitet gehorsam mit. Wenn Sie also Symptome bei Ihrem Pferd bemerken, lassen Sie es bitte untersuchen und gegebenenfalls behandeln.

Die sichere Diagnosestellung einer Gastritis ist nur mit einer Gastroskopie möglich. Das ist bei Pferden immer noch kein Routineeingriff (das gilt ebenfalls für Hunde). Sehr oft merkt erst, wie sehr ein Pferd unter seinen Magenschmerzen gelitten haben muss, wenn es ihm nach erfolgreicher Therapie besser geht.

Ursachen der Pferde-Gastritis

Verursacher von Magenentzündungen und Magengeschwüren ist die Magensäure.

Chemisch gesehen handelt es sich um Salzsäure, eine starke und aggressive Säure. Wenn vermehrt Magensäure gebildet wird, kann die Schutzschicht des Magens durchbrochen werden. Dann wird die Magenwand angegriffen.

Wie beim Menschen verursacht Stress auch bei Pferden (und Hunden und Katzen) Magengeschwüre. Stress durch Haltung, Fütterung und „Management“, Stress und Schmerzen durch einen schlecht passenden Sattel, Stress durch Überforderung oder Langeweile, Stress während des Training, mit dem Boxennachbarn oder Transporte können Magengeschwüre verursachen. 

Schmerzmittel lösen bei längerer Verwendung bei Pferden Magengeschwüre aus. Ponys sind da noch empfindlicher als Großpferde - bereits nach ein paar Tagen Phenylbutazon (,Buta‘) in korrekter Dosierung kann ein Pferd eine schmerzhafte Gastritis bekommen (Quelle: Löscher, Ungemach, Pharmakotherapie bei Haustieren, Parey-Verlag). Und das kann jedes Pferd treffen ...

Auch die Pferde-Fütterung hat einen großen Einfluss auf die Entstehung von Magengeschwüren.

Übrigens: Magengeschwüre verursachen Schmerzen, Schmerzen verursachen Stress, Stress verursacht Magengeschwüre - und die Katze beißt sich wieder in den eigenen Schwanz ...

Therapie der Gastritis beim Pferd

Schulmedizinisch gibt man bei Magenentzündungen Säurehemmer und/oder Mittel, die sich wie ein Schutzfilm auf die Magenwand legen. Das ist recht teuer und oft mit Nebenwirkungen verbunden. 

Eine „diagnostische Therapie“, z.B. auch mit Akupunktur, kann den Teufelskreis aus Schmerz und Stress unterbrechen. Magengeschwüre bzw. eine Gastritis bei Pferden können sehr erfolgreich und schnell wirksam mit Akupunktur nach den Regeln der TCM  behandelt werden. Eine Futterumstellung unterstützt die Therapie und sichert den Dauererfolg.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Pferd unter einer Gastritis leidet - und fast jeder Mensch weiss aus eigener Erfahrung, wie schmerzhaft z.B Sodbrennen ist - dann lassen Sie bitte Ihr Pferd untersuchen. Oder rufen Sie mich an.