Magen-Darmentzündung - Durchfall beim Hund

das Foto zeigt einen jungen Gross-Spitz: in diesem Alter frisst ein Hund alles, was er finden kann
Neugier auf das Leben - aber leider auch auf alles, was ihm genießbar erscheint …

Akute Magen-Darmerkrankungen - akuter Durchfall beim Hund

Bei allen Formen von Durchfall beim Hund ist die Verdauung geschwächt. Die Aufnahme und der Transport von Futter im Magen und Darm sind gestört - zunächst akut und dann meistens unkompliziert.

Eine gute Verdauung und damit die Aufnahme von Nährstoffen sind für jedes Lebewesen notwendig. Alle lebenswichtigen Funktionen bleiben nur dann gesund. Ist dies dauerhaft gestört, wird auch der Hund dauerhaft geschwächt: er wird anfälliger gegen andere Krankheiten.

Akuter Durchfall beim Hund

Ursache von Durchfall durch eine akute Entzündung von Magen und Darm sind oft verdorbene Futter und Keime aus der Umwelt. Sie können beim Spaziergang verschluckt werden. Gerade junge Hunde schlucken meist erst einmal alles herunter, was sie finden können.

  • Auch z.B. Bakterien aus Tümpeln, in denen sich bei Hitze Bakterien reichlich vermehren, können eine Magen-Darmentzündung mit Durchfall auslösen.
  • Oft sind es aber Viren, die "gerade umgehen" - so wie beim Menschen auch.
  • Aber auch Giftstoffe, Düngemittel und Pestizide aus der (intensiven) Landwirtschaft können Durchfall verursachen. Der Hund muss sie nicht einmal aktiv trinken. Es genügt, wenn er durch die Pfützen auf dem Acker rennt. Denn die Pfoten werden danach abgeleckt und die Spritzmittel so aufgenommen.

Oft entzündet sich der Magen-Darm-Trakt bei diesen Erkrankungen zumindest gering. Meist beginnt es mit einer Magenschleimhautentzündung. Dann wird Mageninhalt durch Erbrechen entfernt - eine Form von Selbstreinigung. Anschließend entzündet sich der Darm. Er kann die Nahrung nicht mehr verdauen. So wird dieser 'verdorbene' Futterbrei mit viel Flüssigkeit ausgeschieden - sozusagen entsorgt. Durchfall bedeutet hier eine schnelle und effektive Entsorgung.

Im akuten, unkomplizierten Fall ist alles nach wenigen Tagen vergessen - der Hund war kaum geschwächt. Er tobte genauso herum wie sonst auch und hatte nur - eben - einmal Erbrochen und kurzfristig Durchfall bekommen. Es gibt aber Faktoren, die Durchfall und Magen-Darmerkrankungen gefährlicher machen können. Dann sollte sofort entsprechend therapiert werden.

gefährlich ist Durchfall bei:

  • Welpen und sehr jungen Hunden
  • sehr alte Hunde haben ebenfalls nicht die Reserven, um starken Durchfall ausgleichen zu können
  • blutiger Kot
  • Schwäche/ Wesensänderung
  • langanhaltender Durchfall/Erbrechen

häufiger Durchfall beim Hund?

Wenn es häufiger zu solchen - eigentlich unkomplizierten - Krankheiten kommt, dann stimmt generell mit der Verdauung Ihres Hundes etwas nicht. Vor allem sollte dann die Fütterung überprüft werden. Man wird nie völlig verhindern können, dass ein Hund etwas frisst, das er besser nicht fressen sollte - und das betrifft nicht nur den sprichwörtlichen Labrador und den Straßenhund aus dem Tierheim. Aber man kann einem Hund helfen, eine stabilere Gesundheit zu entwickeln: damit er es besser verträgt. Wenn die Darmflora stabiler ist, wird sie schwerer zu stören sein: der Durchfall wird seltener.

weitere Risikofaktoren bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes

  • Alter: Magenentzündungen (Gastritis) und Dünndarmentzündungen (Enteritis) kommen bei Hunden und Katzen jeden Alters vor. Meist aber sind es junge Tiere, die alles fressen, was sie finden. Ab fünf Jahren werden Dickdarmentzündungen häufiger. Ältere Hunde leiden stärker unter Verstopfung - Obstipation.
  • Rasse/genetische Disposition: Neufundländer neigen zu Magenproblemen. Australian Shepherd leiden oft unter IBD. Schäferhunde leiden häufig unter Gastroenteritis, Colitis, Megacolon und Tumoren - Krankheiten, die sich mit Durchfall zeigen können. Pudel haben ebenfalls eine Neigung zu Durchfällen. Setter und Teckel neigen zu Gastroenteritis - vielleicht, weil sie so aktive Hunde sind. Diese rassespezifischen Neigungen heißen nicht, das auch Ihr Hund daran erkranken muss. Und wenn doch, dann kann man ihm meist sehr gut helfen.
  • Futter: die häufigste Ursache für Verdauungsstörungen ist das Futter, beziehungsweise Fehler in der Fütterung. Der plötzliche Wechsel des Futters kommt sehr häufig als Ursache von Durchfällen vor. Zu viele Kohlehydrate/ zu viel Getreide im Futter - für diesen individuellen Hund - sind weitere Möglichkeiten. Futtermittelunverträglichkeiten und einfach zu große Futtermengen können die Verdauung ebenfalls stören.
  • Antibiotikatherapien: Antibiotika können die Verdauung Ihres Hundes massiv stören. Nach einem Antibiotikaeinsatz kann die Darmflora auf Monate hinaus gestört sein, teilweise sogar lebenslang. Sie kann dann möglicherweise nicht mehr die Vitamine herstellen, die der Hund benötigt. Und die gestörte Darmflora macht ihn anfälliger gegen neue Keime aus der Umwelt. Durchfall wird so häufiger vorkommen können.
  • Pankreasinsuffizienz: eine Schwäche der Bauschspeicheldrüse führt zu Durchfall, ebenso die akute Pankreatitis, die Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Die akute Pankreasentzündung ist eine sehr schmerzhafte und oft auch gefährliche Krankheit des Hundes und sollte dringend behandelt werden.

Wenn Ihr Hund häufiger unter Durchfall leidet, oder wenn er seit längeren weichen Kot hat, dann bedeutet das auch eine gestörte Darmflora. Dann können für Ihren Hund lebenswichtige Vitamine nicht mehr gebildet werden. Teilweise müssen sie injeziert werden (Vitamin B12), wenn Magen und Darm sie nicht aufnehmen können. Deshalb sollte hier behandelt werden, um die Gesundheit Ihres Hundes zu stärken. Probiotika und Heilkräuter können hier sehr gut helfen und die Verdauung verbessern. Akupunktur oder eine homöopathische Behandlung im chronischen Fall ermöglichen dauerhafte Erfolge.

Durchfall muss nicht schlecht sein. Er kann auch der Selbstreinigung dienen. Kommt er aber zu häufig vor, sollte gehandelt werden, um Ihrem Hund und Ihnen eine ungestörte Nachtruhe und die bestmögliche Lebensfreude zu ermöglichen.

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