Ernährung der Hunde-Senioren

Die Ernährung und Fütterung eines Hundes muss seinem Alter angepasst werden. Das ist bei den Hunde-Senioren mindestens so wichtig wie bei den Welpen.

Senioren-Ernährung: Übergewicht unbedingt vermeiden

Allerdings muss die Nahrung stets auf den individuellen Hund bezogen werden. Wenn Ihr Hund noch aktiv ist und viel herum rennt, müssen Sie wenig ändern. Wenn er aber sein Schlaf-Verhalten deutlich geändert hat und sehr viel mehr schläft als früher, muss rechtzeitig gehandelt werden - bevor sich die Kilos ansammeln können.

Im Alter verbrauchen alle Organe weniger Energie. Ältere Hunde werden schneller müde. So bewegen sie sich auch weniger. Daraus resultiert eine wachsende Neigung, Gewicht zu sammeln. Spätestens jetzt sollte die Kalorienzufuhr gesenkt werden. Denn Übergewicht hat auch beim Hund schwere gesundheitliche Folgen.

Energiemenge reduzieren

Eine Faustregel besagt, dass ein alter Hund etwa 75 % des Energiebedarfes eines erwachsenen Hundes hat.

Achten Sie aber bei Alleinfuttermitteln auf die Fütterungsempfehlung des Herstellers. Denn diese Futter enthalten dann oft zu wenig Vitamine, Mineralien oder Spurenelemente. Gerade der Vitaminbedarf scheint bei Hunde-Senioren erhöht zu sein.

  • Ein Beispiel: wenn die Fütterungsempfehlung bei Ihrem Hund zwei Dosen lautet, Sie aber nur eine Dose geben können, damit Ihr Hund nicht zu fett wird - sollten Sie zu einem anderen Futter wechseln. Denn mit diesem wird Ihr Hund in einen Mangel geraten.

Um dem Muskelabbau vorzubeugen, sollten die Eiweiße (Proteine) in Futter besonders hochwertig sein. So werden gleichzeitig die Nieren geschont: bei minderwertigen Proteinen aus Pflanzen werden sie stärker belastet. Sollte eine Nierenunterfunktion (Insuffizienz) besteht, muss Eiweiß im Futter reduziert werden. Aber eine besonders eiweissreduzierte Diät hilft gesunden Hunden gar nicht, im Gegenteil - sie bauen mehr Muskeln ab. Und der Niereninsuffizienz beugt es auch nicht vor.

Praxis der "Senioren-Fütterung" beim Hund

  • Auch die Verdauung ist nicht mehr so leistungsfähig wie früher. Deshalb sollte die gesamte Futtermenge zwei, drei oder sogar vier Portionen verteilt werden. So wird auch der Kreislauf weniger belastet als bei einer großen Mahlzeit, die auf Lunge und Herz drückt.
  • Mit Wasser oder Tee gemischt, ist bereits ein Teil der Wasseraufnahme sichergestellt. Kamillentee oder Fencheltee sind hier besonders hilfreich, wenn Probleme bei der Verdauung bestehen.
  • wenn der Hund gebarft wird, sollte auf die im Ater schlechter werdenden Zähne Rücksicht genommen werden. Gebarfte Hunde haben meist strahlend weiße Zähne. Aber trotzdem kann es sinnvoll sein, die Fütterung entsprechend anzupassen.

So kann es tatsächlich sinnvoll sein, ein speziell für Senioren entwickelte Futter zu verwenden. Wenn man selber kocht, sollte zumindest noch einmal die Versorgung, besonders die Energie, Eiweiss und Vitamine überprüft werden.

Hunde-Ernährung aus Sicht der Chinesischen Medizin

Chinesisch gesprochen ist die Milz zusammen mit dem Magen für die Verdauung zuständig. Es ist der Prozess der Energiegewinnung nach der Geburt. Je besser sie funktioniert, desto weniger Energie muss von der Essenz (Jing) verbraucht werden. Je weniger Essenz (Jing) abgebaut wird, um so länger lebt man. Die chinesische Medizin betont die Wichtigkeit der Ernährung. Ein chinesischer Arzt sei nur gut, wenn er auch gut kochen könne, sagte das Sprichwort. So wurde die Ernährungslehre eine der fünf Fachrichtungen der Traditionellen Chinesischen Medizin - wie die Akupunktur. Eigentlich kann man die Ernährung nie zuviel beachten.

Futter-Zusätze

Ältere Hunde verdauen weniger gut. So können einige Zusätze zum Futter ihnen helfen, den Gehalt an Spurenelementen und Vitamine zu erhöhen, damit sie besser mit dem Alltag umgehen können. Dazu zählt z.B. Gingko zur Förderung der Durchblutung, Hagebutten oder Ginseng/Taigawurzel.

Wasser-Bedarf der Senioren

Frisches Wasser muss immer zugänglich sein. Trinkt der alte Hund zu wenig, kann man das Futter mit Wasser mischen.

Trinkt der ältere Hund aber besonders viel, ist es in den seltensten Fällen Langeweile oder Demenz. Meist ist es ein erstes Symptom einer Krankheit.

  • Nierenerkrankungen, Niereninsuffizienz
  • Harnwegeerkrankungen
  • Hormonstörungen wie Diabetes, Cushing (= Überproduktion von Cortison im Körper), Morbus Addison ("hormonelle Niereninsuffizienz")
  • eitrige Infektion der Gebärmutter (Pyometra)

Es gibt also sehr viele Ursachen für vermehrten Durst. Sie reichen von harmlos bis lebensbedrohlich. Deshalb ist die Abklärungen bei Ihrem Tier-Therapeuten wichtig. Akupunktur oder Homöopathie kann je nach Ursache sehr gut oder auch bloss unterstützend eingesetzt werden. Oder Naturheilverfahren sind vielleicht auch ungeeignet, wenn nämlich eine Operation die beste Therapie darstellt.

Ein älterer Hund schläft mehr und tiefer. Insgesamt gesehen bewegt er sich weniger und neigt so dazu, Gewicht anzusetzen. Reduzieren Sie das Futter rechtzeitig, denn Übergewicht belastet die Gelenke, den Kreislauf und das Herz. Aber es hat sich in Untersuchungen nicht als günstig erwiesen, auf eine Eiweißreduzierung zu setzen, nur weil ein Hund ein gewisses Alter (an Jahren) erreicht hat.

Das Futter für einen alten Hund sollte hochwertig sein: hauptsächlich sollte es aus Fleisch bestehen, denn Hunde sind Fleischfresser. Vitamine und Mineralien sollten aus natürlichen Quellen stammen, denn die werden am besten aufgenommen. Ein Übermass an Vitaminen und Mineralstoffen ist ebenso schädlich wie ein Mangel daran. Manche Heilkräuter können Ihrem Hund helfen, den Zellstoffwechsel zu verbessern und so die täglichen Herausforderungen leichter zu meistern.

Möglicherweise kann ein für Ihrem Hund angepasstes Bewegungsprogramm, eine Umstellung der Ernährung, „Kopfspiele“, Massage oder einfache „Hausmittel“ Ihrem Hund helfen, trotz seines Alters sein Leben täglich fröhlich zu genießen. Eine seniorengerechte Diät tut dabei viel Gutes.

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