IBD beim Hund - das Inflammatory Bowel Disease

Bei Hunden werden chronische Darmentzündungen wie IBD (Inflammatory Bowel Disease) immer häufiger diagnostiziert. Schübe mit blutigen Durchfällen, Krämpfe und Schmerzen verringern die Lebensqualität der Hunde massiv. Die Medizin kennt solche chronischen Darmerkrankungen seit langem - Morbus Crohn und Colitis ulcerosa beim Menschen.

Inhaltsverzeichnis:

  1. IBD beim Hund - Einleitung
  2. Diagnose der IBD beim Hund
  3. Symptome der IBD beim Hund
  4. medizinische Einteilung unterschiedlicher Formen von Durchfall beim Hund
  5. Therapie beim Hund mit IBD
  6. alternative Therapie: Diät, Akupunktur, Homöopathie
das Foto zeigt einen Ridgeback-Rüden im Sprung: ein Muskelpacket, auch wenn er lange mit Problemen zu kämpfen hatte
Lebensfreude - aber empfindlich ist er immer noch …

überschießende Immunreaktion der Darmschleimhaut mit oft dramatischen Symptomen: IBD beim Hund

Oft wirken mehrere Faktoren gemeinsam als Auslöser der IBD.

  • Veranlagung: bestimmte Rassen, wie zum Beispiel Boxer, Schäferhund oder Shar-Pei, leiden häufiger unter IBD. EIne Sonderform ist die chronische Darmentzündung, die bei Lundehunden auftreten kann (Wasting Syndrom).
  • Überempfindlichkeit und Unverträglichkeit verschiedenster Futterinhaltsstoffe
  • eine Fehlbesiedlung der Darmbakterien
  • Stress

Die alles kann einen IBD-Schub auslösen (Inflammatory Bowel Disease, wie der Krankheitskomplex im Englischen genannt wird. Zu Deutsch: Syndrom des Entzündeten Darmes. Ein nicht gerade vielsagender Name für einen Symptomen-Komplex, unter dem immer mehr Hunde und ihre Menschen leiden …)

Symptome sind heftig, die Diagnose schwierig

Hauptsymptom der IBD ist schleimig-blutiger Durchfall. Meist leidet der Hund unter schmerzhaften Bauchkrämpfen. Erbrechen und Gewichtsverlust sind möglich. Zu Beginn eines Schubes steigt die Häufigkeit des Kotabsatzes. Der Kot wird weicher, dünner und kürzer. Erkennt man anfangs nur Schleimauflagerungen auf dem Kot, können diese später auch blutig werden. In besonders heftigen Fällen wird fast nur noch blutiger Schleim ausgeschieden. Auch Erbrechen gehört mit zum Symptomenbild

Die gestörte Darmbarriere kann weitere Entzündungen ermöglichen. Hohes Fieber während eines akuten Schubes kann auf einen lebensbedrohlichen Zustand hinweisen. Auch der Pankreas, die Bauchspeicheldrüse, kann betroffen sein (akute Pankreatitis oder die chronischen Folgen, EPI beim Hund)

Diagnose der IBD

Die Diagnose der IBD beim Hund ist eine Ausschlussdiagnose. Es ist die Diagnose, die übrigbleibt, wenn alle anderen bekannten Ursachen für Durchfälle beim Hund ausgeschlossen wurden, z.B. Parasitenbefall. Wie bei allen Krankheiten ist der wichtigste Schritt zur Diagnose eine gute und ausführlich Fallaufnahme. Eine Kotprobe zur Untersuchung der vorhandenen Bakterienflora hilft nur in wenigen Fällen, solte jedoch nicht versäumt werden. Blutuntersuchungen, bei denen Entzündungsparameter auf eine mögliche IBD hinweisen, sind Standard. Sie sind aber nicht beweisend. Eine Darmspiegelung mit Probenentnahme zur Sicherung der Diagnose kann sinnvoll sein. Es ist jedoch ein Eingriff, der meistens nicht nötig ist.

Symptome der IBD beim Hund

IBD hat eine deutliche psychische Komponente. Inzwischen ist auch wissenschaftlich nachgewiesen, dass Schreckhaftigkeit, allgemeine Ängstlichkeit und Phobien bei Hunden mit chronischen Darmentzündungen deutlich häufiger sind. Hier haben komplementäre Therapien wie die Akupunktur und die Homöopathie einen Vorteil. Sie berücksichtigen die Psyche des Hundes. So erkennen viele Besitzer die Besserung der IBD auch an der gebesserter Psyche ihres Hundes.

IBD mit Dickdarmschwerpunkt: Symptome

  • oft sind die Hunde "normal" munter und lebhaft
  • öfters mal kleine Kotballen (wie "Ziegenkot", "Nürnberger Würstchen")
  • allgemein steigende Unruhe: der Hund wird nervöser, er ist psychisch nicht mehr so belastbar
  • Darmgrummeln, auffallend laute Darmgeräusche, oft leiden Hunde mit IBD unter Bauchschmerzen
  • häufiger Kotabsatz (bis zu 10 mal täglich, teilweise explosionsartig, dabei pro Portion nur sehr wenig
  • schleimüberzogener Kot
  • Der Durchfall kommt immer wieder. Die übliche schulmedizinische Durchfallbehandlung ist – falls sie hilft – kaum auf Dauer erfolgreich
  • bei vielen Hunden kann Cortison den Durchfall erst einmal stoppen
  • auch fieberhaft Durchfälle, die schulmedizinisch *komplett therapieresistent" sind
  • Blutwerte: CRP in der Regel (nicht immer) erhöht. Dabei handelt es sich um einen Wert, der allgemein bei Entzündungen des Hundes erhöht ist. CRP ist nicht beweisend für die IBD, aber es liefert einen Hinweis

IBD mit Dünndarmschwerpunkt: Symptome

  • Erbrechen kommt häufiger vor als bei der sich hauptsächlich im Dickdarm abspielenden Form der IBD. Der Hund bricht dann oft schleimig.
  • heftiges Darmgrummeln
  • häufiges Grasfressen, auch gierig
  • Kotabsatz und die Kotbeschaffenheit ist oft meist normal
  • auch ein Pankreatitis-ähnlicher Verlauf ist bei diesen Hunden möglich. Die Bauchspeicheldrüsen-Enzym-Werte sind gering bis mittelgradig erhöht (Blutwerte). Auch ein schulmedizinisch "komplett therapieresistenter" hochakuter bis chronischer Verlauf ist hier möglich
  • CRP-Wert meist in der Norm

Einteilung der IBD-Formen beim Hund

Es gibt mehrere Arten, die chronischen Durchfälle bei Hunden einzuteilen. Eine übliche Weise ist die Art der Entzündung: welche Entzündungszellen liegen hauptsächlich vor. Das setzt eine endoskopische Untersuchung voraus und ist nur nach Biopsien möglich: aufwendig und nicht immer nötig, um die Therapie zu planen. (Biopsie: Probenentnahme aus dem lebenden Gewebe)

Eine andere Methode, die chronischen Durchfälle und Darmentzündungen des Hundes einzuteilen, setzt auf die Reaktion des Körpers. So gibt es:

  • Futtermittelabhängige Darmentzündungen und Futtermittelallergien. Dies ist nicht das gleiche. Eine Unverträglichkeit auf Bestandlteile des Futters muss nicht allergisch ausgelöst werden
  • Antibiotikareaktive Darmentzündungen: sie bessern sich durch die regelmäßige Gabe von Antibiotika
  • Cortisonreaktive Darmentzündungen: eine lange Gabe von Cortison kann die Symptome unterdrücken

IBD ist eher eine Verlegenheitsdiagnose als eine konkrete Diagnose und birgt den Stempel: unheilbar. Das muss aber nicht sein. Vielen Hunden mit IBD geht es sehr gut - wenn sie aus dem "Tal der Tränen" heraus sind.

Therapie bei IBD? Vorsicht; ein Leben lang!

Zunächst müssen die aktuellen Krankheitszeichen behandelt werden. Schuldmedizinisch werden Fiebersenker, Antibiotika und Entzündungshemmer eingesetzt, um die chronische Entzündung zu unterdrücken. Also Nicht-Steroidale-Entzündungshemmer, Cortison, MCP-Tropfen®, Antibiotika, Säurehemmer …

Therapie der IBD aus ganzheitliche Sicht: Homöopathie und Akupunktur

In der Naturheilkunde können die gleichen Symptome mit Akupunktur und /oder Homöopathie behandelt werden. Dies hat oft den Vorteil, dass gleichzeitig die Psyche berücksichtigt wird. Wenn der Hund munterer wird und mehr Freude am Leben hat, geht es ihm auch körperlich besser. Und wenn es ihm besser geht, braucht man als Besitzer nicht mehr die Rückkehr zum Hund zu fürchten.

Diät: notwendig in der Therapie

Hunde mit IBD müssen Diät halten. Oft lösen Allergien auf verschiedene Futtermittel die IBD aus. Kontakt mit diesem Futtermitteln kann einen neuen Schub auslösen. Ein Allergieprofil aus dem Blut auf Basis von Ig G nützt jedoch nichts, wie man auch beim Menschen weiß (siehe auch Artgerecht Tier).

Allergien können sich im Laufe der Jahre verstärken und auf weitere Nahrungsbestandteile ausweiten. Unverträglichkeiten und echte Allergien sind auch gegen Zusatzstoffe möglich. So sind kommerzielle Hundefutter schlecht kontrollierbar und als Ausschlussdiät oft erfolglos.

die Psyche des Hundes: wichtig in der Therapie

Ein weiterer Therapiebaustein sollte die Psyche des Hundes sein. Gelassene Hunde leiden weniger unter Stress, der einen IBD-Schub auslösen kann. Das Stresshormon Cortison unterdrückt zwar die Schwere der Symptome. Es hilft der Psyche des Hundes aber nicht. Stattdessen verstärkt es noch die Neigung zur Depression. Hier kann die komplementäre Medizin mit Akupunktur und/ oder Homöopathie sehr gut ansetzen. Und die oft schweren Nebenwirkungen der medikamentellen Therapie fallen nicht an.

Eine Heilung der IBD ist in dem Sinne nicht möglich. Jedoch kann man den Schweregrad der Erkrankung sehr gut verringern und die Abstände zwischen den Schüben verlängern. Ein Hund mit IBD kann noch viele Jahre glücklich leben.

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