Wasser und Katzen

Katzen bestehen, wie andere Säugetiere auch, zu mehr als 60% aus Wasser. Für den Organismus ist Wasser extrem wichtig. Ich will nur einige Funktionen nennen: in Wasser gelöst laufen biochemische Reaktionen wie die Energiegewinnung in einer Zelle ab. Wasser fördert die Aufnahme von Nährstoffen im Darm: alle Verdauungsenzyme sind flüssig! Wasser ist auch nötig für einen regelmäßigen Kotabsatz und für die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten: ohne Wasser funktionieren die Nieren einfach nicht.

Ohne Wasser kann eine Katze nur sehr wenige Tage überleben, ohne Futter deutlich länger. Deshalb ist täglich frisches und sauberes Wasser für Katzen so wichtig.

Wasserbedarf einer Katze

Man kann sagen, dass eine Katze am Tag durchschnittlich 80 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht braucht. So kommt eine Katze von 4 kg auf einen täglichen Wasserbedarf von rund 250 ml pro Tag - eine große Kaffeetasse voll (starke Kerle brauchen entsprechend mehr). Viele, die mit einer Katze zusammenleben, wissen, dass Ihre Samtpfote so viel nicht trinkt. Wie kann sie dann ihren Bedarf decken?

Katzen nehmen den größten Teil ihres Wasserbedarfs über ihre Nahrung auf - wie es für ein ehemaliges Wüstentier sinnvoll ist. Nassfutter (Dosenfutter) enthält ca. 80% Feuchtigkeit. Wenn eine Katze also mit Nassfutter ernährt wird, braucht sie nur wenig zusätzlich trinken. In Trockenfutter stecken jedoch nur ca. 8% Wasser. Deshalb sollte man darauf achten, dass eine Katze deutlich mehr Wasser zu sich nimmt, wenn sie Trockenfutter frisst - etwa eine grosse Kaffeetasse voll.

Oder auf Nassfutter wechseln, wenn Ihre Katze nicht so viel trinken will.

Gesundheitliche Folgen, wenn eine Katze zu wenig trinkt

Katzen trinken wenig. Ihr Urahn, die Ägyptische Falbkatze, ist ein Wüstentier, das mit wenig Wasser auskommen muss. Unser heutiger Hausgenosse hat diese Gewohnheit beibehalten. Ein „wasserarmes“ Leben ist aber auch für eine Katze auf Dauer nicht gesund. Die Nieren müssen mehr arbeiten, um Schadstoffe ausscheiden zu können. Harnsteine und Harngries können bei der hohen Konzentration im Harn gebildet werden - ein sehr weit verbreitetes Problem bei Katzen! Auch Abfallprodukte des Stoffwechsels können durch den chronischen Wassermangel im Bindegewebe „liegenbleiben“ und so zu Durchblutungsstörungen führen.

Einige Katzen haben einen ausgesprochen seltsamen Wassergeschmack. Manche trinken z.B. mit Vorliebe abgestandenes Wasser aus Blumenvasen. Vermutlich liegt das an dem leichten Chlorgeschmack des frischen Wassers. Andere Katzen trinken nur aus dem tropfendem Wasserhahn, und wieder andere Katzen bevorzugen einen Zimmerbrunnen. Eine genaue Erklärung gibt es dafür jedoch nicht. Manche Katzen trinken auch mehr, wenn ihr Wasser- und ihr Futternapf getrennt stehen.

Daher sollte Wasser einer Katze mehrmals täglich frisch serviert werden - oder, wenn Ihre Katze auch zu den Vertretern der Stubentiger gehört, die nicht genug trinken, sollte man konsequent auf Nassfutter wechseln.