Rückenschmerzen beim Hund

Rückenschmerzen sind beim Hund häufig - so wie beim Menschen

Hunde mit Rückenschmerzen sehe ich regelmässig. Dann müssen die Ursachen für Schmerzen gefunden werden. Oft ist es einfach: eine Stauchung der Wirbelsäule durch Sturz, ein Rempler beim Toben, "Vertreten-Haben" nach einem Sprung … Osteopathen fanden bei einer Untersuchung in Schweden, dass mehr als 60% aller Hunde unter Rückenschmerzen litten.

Inhalt - Seiten:

  1. Rückenschmerz durch Überlastung der Wirbelsäule
  2. Symptome von Rückenschmerzen
  3. häufig bei Rückenschmerzen beim Hund sind Bandscheibenvorfälle: Die "Dackellähmung" - Diskushernien
  4. Schmerz-Ursache Spondylose: Arthrose der Wirbelsäulen-Gelenke

Rückenschmerzen beim Hund

"Rückenschmerz" ist nur ein Symptom, sei es beim Menschen, beim Hund oder beim Pferd. Rückenschmerz ist keine Diagnose in diesem Sinne. Verschiedene Krankheiten innerhalb des "Systems Rücken" können Schmerzen verursachen.

Jene "mehr als 63 % aller untersuchten Hunde", die Schmerzen im Rücken hatten, sind eine erschreckende Zahl, finde ich.  (Veröffentlicht von Anders Hallgren, Psychologe und Hundetrainer, in Schweden.) Es heißt, wenn Sie beim Spaziergang vier Hunde treffen, haben mindestens zwei Rückenschmerzen. Ihr eigener Hund kann ebenfalls darunter leiden.

Anatomie des Hunde-Rückens:

  • 27 knöcherne Wirbeln, die durch Bandscheiben, Wirbelgelenke, Bänder und Muskeln miteinander verbunden sind
  • Im Wirbelkanal geschützt liegt das Rückenmark mit seinen Hüllen und den daraus abgehenden Nervenwurzeln : es leitet alle Befehle des Gehirn an den Körper und steuert alle Bewegungen
  • Die Strukturen, welche zwei Wirbelkörper mehr oder weniger beweglich miteinander verbinden, und diese beiden Wirbel nennt man Segment.

Jede der genannten Einzelstrukturen kann erkranken. Jede kann eine mehr oder weniger schwere Funktionsstörung eines Segments verursachen. Gemeinsam ist ihnen aber, dass die meisten dieser Störungen zu Schmerzen führen: "Rückenschmerzen".

Rückenschmerzen beim Hund

Der Hunde-Rücken ist einerseits hoch beweglich. Gleichzeitig ist er aber auch starr genug, um den Anrtrieb der Hinterbeine nach vorne zu übertragen. Dabei entstehen besondere Schwachpunkte: in der sehr beweglichen Lendenwirbelsäule, im Bereich des Kreuzbeines/ der Hüfte und am Übergang zur eher starren Brustwirbelsäule.

Rückenschmerzen sind nicht immer einfach zu erkennen. Besonders leicht können sie mit Bauchschmerzen verwechselt werden. Hier finden Sie Symptome und Anzeichen, wie Sie Rückenschmerzen bei Ihrem Hund erkennen.

Rückenschmerz durch Überbeanspruchung der Wirbelsäule

Eigentlich ist die Hunde-Wirbelsäule für grosse Belastungen vorgesehen. Bei der Jagd nach Beute leistet sie enormes. Bei Verfolgung, dem Anspringen und Niederreissen der Beute und dem Tragen von größeren Teilen dämpft der Hunde-Körper große Kräfte ab. Trotzdem findet man besonders bei bei Gebrauchs- und Sporthunden ((VPG, Agility, Flyball, …) oft Schmerzen im Bereich des Rückens.

  • Besonders bei der Mann-Arbeit beim VPG-Sport sieht man bei leichten Hunderassen erschreckende Stauchungen der Wirbelsäule. Wenn dann auch noch ein Fehler geschieht, sind kleine Schäden schnell geschehen - Schäden, die sich zu Problemen summieren können. Oft sieht man dies bei Deutschen Schäferhunden. Bestimmte Veranlagungen, die häufig zu Rückenschmerzen führen, wurden beim DSH bereits nachgewiesen. (z.B. Erkrankungen der unteren Lendenwirbelsäule)

(Über)-Belastung und einseitige Belastung führen beim Hund - ebenso wie bei Mensch und Pferd - zu Muskelverspannung und so zu Rückenschmerz.

Rückenschmerzen verhindern - Hunde richtig aufwärmen

Toben und Spielen bedeuten für den Hund ebenso viel Anstrengung wie ein Fußballspiel. Aber ein Fußballer wärmt sich vorher lange und vorsichtig auf. Hunde springen oft direkt aus dem Auto und rasen sofort los. Hier können leicht kleine Schäden entstehen - unnötig.

Im Training auf dem Hundeplatz kommt es immer noch vor, dass ein Hund zwischen seinen Übungen lange warten muss. Seine Muskeln werden wieder kalt. Gelenke werden nicht für die Anstrengung geschmiert. Auch hier hilft das richtige Warmhalten.

Rückenschmerzen durch Anstrengung?

Dem Symptom "Rückenschmerz durch Über-Anstrengung" können auch Erkrankungen zugrunde liegen. Bandscheibenvorfälle (Diskushernie)Veränderungen in den kleinen Wirbelgelenken oder angeborene Missbildungen der Wirbelsäule stören die reibungslose Funktion des Rückens. Hunde können vieles ausgleichen. Manchmal aber führt eine zu starke Anstrengung doch zu Schmerzen.

Untersuchung auf Rückenschmerzen - die Suche nach der Ursache

Bei manchen Hunden kann auch mit der besten und umfassendsten Diagnostik nicht die Ursache ihrer Schmerzen gefunden werden. Schon bevor Veränderungen am Skelett erkennbar sind, reagieren die Muskeln und Bänder - mit Schmerzen und Entzündung, mit Verspannung. Bis sich eindeutige Bandscheibenvorfälle, eindeutige Arthrosen, eindeutige Spondylosen zeigen, sind bereits die Muskeln verändert und angespannt. Kleinste Sehnen und ihre Ansatzstellen an den Knochen können entzündet sein. Schmerzen können auch durch die funktionelle Verschaltung der Muskeln und der Haut mit den Inneren Organen übertragen werden. Die Ursachen sind also wirklich vielfältig. Oft ist "Fingerspitzengefühl" nötig.

Wird keine eindeutige Ursache der Schmerzen gefunden, sprechen Schulmediziner von "funktionellen" Rückenschmerzen. Sie beruhen nach dieser Theorie auf Entzündungen oder Verspannungen in den Weichteilen der Wirbelsäulensegmente. Akupunktur und Massage / Physiotherapie können hier sehr gtut helfen und Ihren Hund auch langfristig beweglich halten. Auch entzündungshemmende Heilkräuter oder eine Umstellung der Ernährung können nützlich sein.

weiterlesen:

  1. Anzeichen für Rückenschmerzen
  2. Bandscheibenvorfall beim Hund
  3. Spondylose beim Hund

zur Orientierung - Sie sind hier