Schmerzen beim Hund: Anzeichen und Behandlungsmöglichkeiten

Hat mein Hund denn Schmerzen?

Unbestritten ist, dass Hunde Schmerzen fühlen können. Allerdings sind sie darauf angewiesen, dass wir ihre Schmerzen erkennen. Denn deutlich aussprechen können sie ihre Probleme nicht. Selbst bei schlimmen Zahnschmerzen wird ein Hund noch fressen, um nicht zu verhungern - oder damit nicht der Nachbarshund etwas von seinem Futter abgekommt.

Die Anzeichen für Schmerzen können individuell sehr unterschiedlich sein. Und jeder Hund hat seine eigene Schmerzschwelle. Oft sind Verhaltensänderungen der erste Hinweis auf (chronische) Schmerzen überhaupt.

  • wenn Ihr Hund auf einmal weniger frisst also sonst
  • wenn er weniger laufen will oder unsicher auf den Beinen geworden ist
  • wenn er lahmt (humpelt, hinkt)
  • wenn er vor den Stufen stockt, obwohl er sie sonst immer in einem Schwung genommen hat
  • wenn sich seine Körperhaltung ändert
  • wenn er beim Spaziergang hinter ihnen bleibt, obwohl er früher immer voraus gelaufen ist 
  • wenn er bei bestimmten Bewegungen immer stöhnt
  • wenn er an bestimmten Bereichen nicht mehr angefasst werden will

dann kann es sein, dass er unter Schmerzen leidet. Und dass er durch seine Schmerzen seine Gewohnheiten geändert hat. Es muss nicht das Alter sein. Es ist sehr oft durch Schmerzen bedingt. Und Schmerzen kann man behandeln.

Hunde verbergen ihre Schmerzen

Sehr lange glaubten Philosophen und Wissenschaftler, dass Tiere keine Schmerzen kennen. Zumindest aber zeigen Hunde sie nur wenig. Sie jammern kaum einmal. Sie versuchen, ihre Schmerzen zu verbergen.

Heute sind sich Wissenschaftler darüber einig, dass Tiere Schmerzen genauso empfinden wie wir. Vielleicht leiden sie sogar noch mehr, weil sie den Grund für Schmerzen nicht kennen. Menschen können sich oft erklären, warum es wehtut. Ein Hund leidet oft „grundlos“, z.B. nach einer Operation. Und weil der Hund mit uns zusammenlebt, kann er sich meistens auch nicht selbst helfen, z.B. hilfreiche Pflanzen fressen.

Beobachten Sie Ihren Hund gut

Die Hilfe des Menschen ist gefragt, um dem Hund unnötiges Leiden zu ersparen. Doch erst muss der Mensch wissen, dass sein Vierbeiner Schmerzen hat. Humpeln (hinken, lahmen) ist ein deutliches Signal. Auch wenn er Berührungen ausweicht, ist das leicht zu erkennen. Aber bei Bauchschmerzen wird es schwer. Nur Hundebesitzer, die ihr Tier aufmerksam beobachten, haben eine Chance, diese Schmerzen zu bemerken. Denn jedem Hund ist angeboren, seine Schmerzen zu verbergen: wer Schwäche zeigt, landet schnell im Magen eines Feindes.

Schmerzen? ja! Jammern? nein!

Wie erkennt man also, dass der eigene Hund leidet? Die Unterschiede zum "üblichen" Verhalten Ihres Hundes sind hier wichtig.

  • Häufig ziehen sich Tiere mit Schmerzen zurück.
  • Hunde mit Schmerzen fressen weniger (oder besonders viel, eine Wirkung des körpereigenen Stresshormons Cortisol).
  • Hunde mit Schmerzen vermeiden es manchmal, Kot abzusetzen.
  • Hunde atmen schneller als üblich (Adrenalinwirkung). Ihr Herz schlägt auch schneller als üblich.
  • Sie möchten nicht berührt werden.
  • Oft wirkt ihre Haltung und Bewegung eher verkrampft.
  • Häufiges Lecken an bestimmten Stellen kann auf ein schmerzendes Gelenk hindeuten.

Allerdings zeigen die einzelnen Tierarten ihre Schmerzen extrem unterschiedlich. Pferde schwitzen, wenn sie unter starken Schmerzen leiden. Nager vernachlässigen die Körperpflege. Katzen bekommen häufig ein fettiges Fell. Und sogar einzelne Tiere innerhalb einer Art zeigen Schmerzen individuell.

Geändertes Verhalten ist ein Symptom

Wie ein Hund Schmerzen verarbeitet, hängt auch von seiner Persönlichkeit ab. Ein Hund kann aggressiv oder apathisch reagieren. Er kann ruhelos und nervös werden oder matt und antriebslos sein. Nur beim ersten Schmerz schreien Tiere auf; sie „weinen“ nicht vor Schmerz. Alles, was ein Tierbesitzer in der Regel zu hören bekommt, ist ein leises Stöhnen. Daher ist es so wichtig, das Normalverhalten des eigenen Hundes gut zu kennen.

Nur wer sein Tier gut kennt, sieht auch, wenn etwas mit ihm nicht stimmt. Wenn ihr Hund gewohnte Bewegungen vermeidet, ist das ein Alarmzeichen.

Schmerzen müssen behandelt werden

Wenn man zu lange wartet, können Schmerzen - wie jede andere Nervenreaktion - chronisch werden. Oft "wartet man erst mal ab", ob es schlimmer wird. Das ist ein falscher Weg: Wenn Ihr Hund nicht mehr anders kann, als seine Schmerzen deutlich zu zeigen, hat er schon einen langen Leidensweg hinter sich. Manchmal ist es dann für eine Heilung sogar schon zu spät.

Jede sinnvolle Schmerzbehandlung beginnt mit der Suche nach der Ursache. Oft ist diese gar nicht so leicht zu finden. Eine genaue Untersuchung ist dazu nötig.

Nicht immer muss operiert werden. Und nicht immer sind noch weitere Röntgenbilder, Computertomographien und Magnetresonanzbilder nötig. Vieles kann mit einer gezielten körperlichen Untersuchung gefunden werden und mit Akupunktur, Homöopathie und/oder Physiotherapie sehr erfolgreich behandelt werden.

Helfen Sie Ihrem Tier

Die Schmerzbekämpfung ist wichtig, damit ein Tier wieder gesund werden kann. Heute wissen wir, dass chronischer Schmerz selbst zur Krankheit werden kann.

Viele Schmerzen können auch durch Wärme- oder Kältepackungen gelindert werden, durch Akupunktur und Massage. Es gibt sehr viele, für Ihr Tier schonende Möglichkeiten, wie Sie ihm helfen können.

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